TeslaModelXFront

News, Test

Tesla Model X – ein SUV hebt ab

8 Jan , 2016  

Wir müssen nur zwei Worte sagen: “Tesla” und “Flügeltüren”. Beide Worte lassen die Herzen von Autoenthusiasten höher schlagen. Doch genügt das, um ein Fahrzeug auf die Räder zu stellen, dass den Anforderungen des 21. Jahrhunderts genügt? Wir reden hier von einem Autohersteller, der gerade einmal 13 Jahre auf dem Markt ist und von einem “verrückten” Erfinder/Millionär mit einer Vision geführt wird – Elon Musk. Die Firma Tesla Motors war gerade in den letzten Jahren oft in der Presse. Mal waren es die phantastischen Vorstellungen von Elon Musk und andere Male waren es die die Börsennachrichten, die schon mehrmals den frühzeitigen Tod der Firma angekündigt hatten. Nichtsdestotrotz, hat sich Tesla Motors behauptet und nach mehrmaligen Ankündigungen den Tesla Model X als Crossover SUV auf die Räder gestellt. Jeder war auf dieses Fahrzeug gespannt, denn es handelt sich ja um ein vollelektrisches Fahrzeug, dass auch noch in der SUV-Oberklasse mitmischen will.Wir reden hier von einem Sprung aus der Roadster und Limousinen-Klasse in die SUV-Oberklasse. Das ist im Automobilbau so, als ob Usain Bolt auf einmal ankündigen würde auch beim 10.000-Meter-Marathon mitzumachen. Der Name Tesla ist sowieso sehr emotionell geladen. Der berühmte Erfinder gilt als einer der hervorragendsten Erfinder und viele Innovationen im Bereich der elektrischen Energietechnik gehen auf sein Konto. Genug geredet! Wie sieht es mit dem Tesla Model X aus? Kann man dieses Fahrzeug ernst nehmen? Wir führen Dich auf eine Probefahrt.Design

TeslaModelXLenkrad
Das Design ist nicht übermässig futuristisch und aufregend. Wer den Tesla X seitlich vorne betrachtet, wird vielleicht auf die Idee kommen eine Art VW Scirocco zu sehen oder manchmal auch die Front eines Fiats oder doch ein Renault? Wir wollen nicht damit sagen, dass dieses Auto hässlich ist. Es ist windschnittig, hat eine saubere Linie aber eben nichts charakteristisch eigenes. Der Fließheck ist schon bekannt und die hintere Leuchtenpartie erinnert an das Design von SEAT-Limousinen. Bis man die hinteren Türen öffnet. Der Tesla Model X ist ein 7-Sitzer (drei Sitzreihen) oder wahlweise auch ein 6-Sitzer (je nach Konfiguration) und man steigt in die hintere Sitzreihe ein, indem man die gewaltigen Flügeltüren öffnet. Das alleine dürfte ein Hingucker werden. Flügeltüren kennen wir von Mercedes oder von reinrassigen Sportwagen, aber man erwartet diese niemals bei einem ausgewachsenen SUV. Tesla gibt an, dass die Türen höchstens 29,9 Zentimeter Raum um das Fahrzeug brauchen. Diese sind mit vielen Sensoren ausgestattet um einen engeren Bogen beim Öffnen zu machen, wenn sich parkende Fahrzeuge um das Model X befinden. Der Mechanismus lässt die Türen nach oben gehen, ohne seitlich auszuschwenken. Das ist ein Vorteil wenn der Tesla Model X eng eingeparkt wird oder in Tiefgaragen. Dafür öffnen diese mit der Geschwindigkeit einer langsamen Theaterkulisse. Geduldig warten die Insassen, bis sich die Türen komplett nach oben geöffnet haben.
Ein anderes, auffälliges Designmerkmal ist die Frontscheibe. Diese zieht sich länger in das Fahrzeugdach und bietet dem Tesla X eine Art Panoramadach. Der Fahrzeuginsasse soll das Gefühl von Licht und Offenheit vermittelt bekommen.
Die Frontpartie hat einen langen Schlitz an der Stelle wo andere Fahrzeuge ein Kühlergrill haben. Mittig sitzt das Tesla-Logo. Das Fahrzeug braucht ja keine Motorkühlung, da es mit einem Elektromotor ausgestattet ist.

Motoren und Technik

Das ist der Teil, der die meisten Leser interessieren wird. Wie ist die Motorisierung beim Model X? Wir wissen alle, dass es sich um ein Elektrofahrzeug handelt. Wie weit und wie schnell kommt man in einem Tesla Model X vorwärts?

Das Model X ist mit einem sogenannten Drehstrom-Asynchronmotor ausgestattet. Beide Achsen werden von einem eigenständigen Motor betrieben. Tesla bietet das Modell X in drei Motorvarianten an und mit zwei Batteriekapazitäten (also: Reichweite!). Käufer können zwischen den Modellen 70D, 90D und dem P90D wählen. Das Modell mit dem 70D-Motor hat eine Reichweite von ca. 400 Kilometer. Das ist für ein Elektrofahrzeug dieser Größe und mit diesem Gewicht schon einmal nicht so schlecht. Diese Werte sind natürlich vorsichtig geschätzt, da man bei Vollauslastung und höheren Geschwindigkeiten schnell unter diese Marke rutscht. Die beiden anderen Motoren kommen mit einer Batteriekapazität von 90 kWh aus und haben damit auch eine höhere Beschleunigung. Tesla Motors bescheinigt dem 90D und dem P90D eine Beschleunigung von 4 bis 5 Sekunden (von 0 auf 100 Km/h). Diese Werte werden manchmal angezweifelt, da eine hohe Beschleunigung und ständig hohe Geschwindigkeit die Motoren und die Batterien zu sehr erwärmt und die Lebenszeit der Komponenten erheblich reduziert (Erfahrungsberichte mit dem Tesla Model S bestätigen dies!). Der P90D wird mit 772 PS angegeben. TeslaModelXtechnischeDatenAlle Fahrzeuge haben einen natürlichen Allradantrieb.

Der Tesla X gilt als sehr sicher und Crash-Tests haben gezeigt, dass Tesla Motors viel in die Sicherheit investiert hat. Das war vor allem wegen der Flügeltüren lange Zeit ein Problem. Es wurden verstärkte Magnesiumlegierungen genommen, damit die Scharniere und die beweglichen Konstruktionsteile stabil sind und trotzdem keine Einbußen beim Gewicht hinnehmen mussten.

Innenraum

TeslaModelXInnenraumDer Innenraum wird durch die Sitzkonfiguration bestimmt. Die Basisversion wird als 5-Sitzer ausgeliefert. Gegen einen Aufpreis, kann der Käufer seinen Tesla X auch als 6- oder 7-Sitzer konfigurieren lassen. Es gibt drei Ausstattungsvarianten für die Sitze: Ultra White-Ledersitze, Beige-Ledersitze und Schwarz. Die Sitze sind sehr dünn und haben wenig Seitenhalt. Insgesamt ist der Innenraum spartanisch ausgestattet (zumindest für ein Fahrzeug der Oberklasse – wenn man Vergleiche mit einem Audi Q6 oder dem BWM X5 anstellt). Auffällig ist der große LCD-Bildschirm in der Mittelkonsole, über die der Fahrer Dinge wie Temperatur, Sound und das Navigationssystem bedienen kann. Die Belüftung des Tesla X hat ein innovatives Filtersystem. Das Filtersystem kann nicht nur Pollen und Staub filtern, sondern auch Angriffe mit Biowaffen (also auch Viren und Bakterien). Der Innenraum wird mit Unterdruck versehen, damit gefährliche virale Agenten nicht in den Innenraum geraten. Die Frage stellt sich natürlich, ob man Lust auf eine Spazierfahrt mit dem Tesla X hat, wenn gerade eine Biowaffe gezündet wurde! Das ist eines der vielen Beispiele, warum wir sagen, dass dieses Fahrzeug sehr experimentell und „verspielt“ ist. Flügeltüren und Schutz gegen Biowaffen sind keine herkömmlichen Ausstattungsmerkmale eines SUV!

Fazit

Das Model X von Tesla ist sicherlich ein interessantes Fahrzeug und ein Pionier auf seinem Gebiet. Wir wollen auch nicht mit unserem Bericht überaus negativ klingen. Elon Musk selbst sagte, dass er nicht sicher sei, ob jemand dieses Fahrzeug überhaupt bauen sollte. Es ist experimentell und in gewisser Weise innovativ. Käufer müssen sich dessen bewusst sein.

Man muss Elon Musk aber für seine Hartnäckigkeit bewundern und es ist sicherlich nicht einfach die “alteingesessenen” Fahrzeughersteller herauszufordern. Das Model X ist ein Schritt in die Zukunft der Automobiltechnik. Er ist noch nicht ganz ausgereift und sobald VW, BMW & Co anfangen in dieses Marktsegment zu gehen, wird es auch für Tesla Motors eng werden. Die Innovationen die in diesem Fahrzeug stecken sind ein Motivator, damit andere Fahrzeughersteller nachziehen und mehr Elektrofahrzeuge herstellen, aber das Konzept (Lithium-Ionen-Batterietechnologie) ist natürlich schwer limitiert. Die Reichweite bleibt weiterhin ein Problem. Ein Tesla Model X liegt kostenmässig immerhin oberhalb der 115.000 Euro-Grenze. Im Moment bleibt das ein Fahrzeug für Leute die gerne Ersteinsteiger sind und sich diesen Spaß auch leisten können.

 

 

, , , , , , ,

By



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.