Porsche 911 (964) RWB RAUH-Welt BEGRIFF

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RWB – Rauh Welt Begriff

24 Apr , 2016  

Er ist teils Künstler, teils Automobil-Genie. Eine Art Picasso mit Chagall-Elemente aus der Tuning-Szene. Die Rede ist von Akira Nakai. Der verrückte Japaner, der mit seinem Tuning- und Bodyshop Rauh Welt Begriff in Japan und auf der ganzen Welt schon einen Kultstatus erreicht hat. Was macht diesen Mann und seine Kreationen so einzigartig? Zunächst einmal, er ist ein absoluter Porsche-Fanatiker. Begonnen hat diese Liebe in den 90er-Jahren. Damals war Akira Nakai ein Drift-Master (ja ich weiß, das hört sich an, wie ein Klischee aus der Kultserie The Fast and the Furious, aber es gibt sie anscheinend auch im reellen Leben, die “verrückten Kids” aus Japan, die tunen und driften). Er arbeitete in einem Body-Shop und bekam es zum ersten Mal im Leben mit einem Porsche 911er zu tun. Ein beschädigtes Auto. Damit begann eine lebenslange Liebe, die fast zum Fanatismus wurde. Er kaufte sich einen Porsche 930er und begann diesen umzubauen und zu verändern. Es sollte ein ganz besonderes Auto werden. Er wollte, dass sich jeder nach diesem Porsche umdreht. Es sollte seine ganz besondere Signatur tragen.rauh welt begriff porsche
Seitdem kommen Exzentriker und Fans seiner Arbeit aus aller Welt zu ihm. Akira Nakai lässt in seinem Shop Jazz-Musik laufen, schläft in der Werkstatt (falls ihm Nachts eine Inspiration kommt) und bearbeitet jedes Fahrzeug individuell. Es ist nicht sein pinkfarbenes Smartphone, dass ihn zum künstlerischen Tuning-Exzentriker macht – auch nicht die Jazz-Musik oder seine Vorliebe für belgisches Bier (in Japan!). Nein, es sind seine Kreationen. Diese “Monster” werden überall erkannt und von so manchem Porsche-Puristen auch schon einmal gehasst. Es ist diese Hass-Liebe und die starken Emotionen, die man mit seinen Kreationen in Verbindung bringt. Es sind diese Gefühle in Verbindung mit einer Ikone von Auto, die Akira Nakai zum Kult machen. Der Name des Unternehmens ist eine Übersetzung in das Deutsche. Akira war Teil einer Drifting-Gruppe die sich Rough World nannte (also: “rauhe Welt”). Der Name wurde übernommen und er hängte noch das Wort “Begriff” dahinter. Die Idee hinter dem Wort – laut Akira – ist das Konzept. Es ist tatsächlich eine Rauhe Welt und Akira Nakai will der Inbegriff dieses teils extrem-aggresiven Porsche-Tunings sein.
Jedes Design, jede Kreations sind einzigartig. Ein Kunde muss schon einmal Monate, wenn nicht sogar über ein Jahr auf sein Fahrzeug warten. Dafür hat dieses dann die einzigartige Signatur von Nakai-San. Eine Wertsteigerung dürfte gesichert sein. Der Käufer lässt nicht einfach einen Porsche tunen, er kauft sich sozusagen einen “Banksy der Porsche-Welt”. Jedes Fahrzeug kriegt auch einen originellen Namen. Die Urkreation hieß “Stella Artois” und war seine erste große Liebe. Ein schwarzer Porscher 911er mit aggressiven Seitenschwellern und einem Design, der nur RWB als Signatur tragen könnte. Kein Tuner in Europa würde ein solches Biest schaffen. Das Fahrwerk, die Elektronik und die Motorisierung, mitsamt Antrieb, werden von vielen Partnern erstellt, die zusammen mit RWB (Abkürzung für “Rauh Welt Begriff”) arbeiten. Die Konfiguration ist ein Geheimnis und trägt zum Mythos bei.
911 Porsche RWBEr kennt jeden Millimeter der Porsche-Karosserie, wie ein Liebhaber der jeden Millimeter seiner Geliebten kennt. Mit der gleichen Sinnlichkeit geht er auch an die Karosseriearbeit heran. Oft schneidet er die Karosserieteile nicht nach Zeichnung, sondern nach Augenmaß. Du hast richtig gelesen. Der Mann “schnippelt” an den Porsches seiner Kunden herum, wie ein Künstler der ein abstraktes Gemälde malt. Ein reicher Kunde aus den USA war entsetzt, als er sah wie Nakai dies vor seinen Augen tat. Doch dieser Mann kennt diese Karosserie. Die Warteliste ist lang und viele der Fahrzeuge werden für spezielle Rennstrecken-Events in Japan auf Bestellung angefertigt. Es ist nicht nur eine rauhe Welt, sondern auch eine verrückte Welt. Viele seiner Porsches lassen Herzen höher schlagen und sind wirklich atemberaubend.
Jede neue Kreation soll den Charakter und die Interessen des Besitzers zum Ausdruck bringen. Anders wie “normale” Tuner, fängt der Prozess mit einem langen Interview an. Der Besitzer wird ausgefragt und jedes noch so unwichtige Detail seines Lebens fließt mit in die Fragebögen. Der Künstler will eine Verschmelzung zwischen Besitzer und Fahrzeug erreichen. Wir wissen nicht, ob ihm dies immer gelingt aber es handelt sich hier tatsächlich um ein neues Konzept des Tunings. Die Fahrzeuge sollen ästhetisch einzigartig sein und begeistern. Der Besitzer kriegt ein Einzelstück, dass sonst niemand auf der Welt besitzt. Seine Liebe geht soweit, dass es schon einmal sein kann, das der Meister zum Kunden fliegt und den Porsche vor Ort verwandelt. Die Fangemeinde von RWB wächst und insbesondere in Japan ist der Body-Shop sehr beliebt unter Porsche-Besitzer mit einer schweren Brieftasche. Die Preise für einen einfachen Bodykit gehen bei 40.000 Dollar los und da sind noch keine Bremsen, Motoren, Getriebe oder Lackierung dabei. Viele der Besitzer schweigen über den Endpreis, doch eine RWB-Modifizierung kann leicht von 100.000 bis 200.000 Dollar gehen!RWB Porsche
Er liebt große Flügel und “dicke Hinterteile”. Ein Beispiel ist der pinkfarbene Porsche 911er der Blossom Joker getauft wurde. Ein Porsche mit Charakter, ultrabreit und mit einem Flügel, der einem F15-Jäger würdig wäre. Die Farben werden alle von ihm persönlich gemischt. Jede Lackierung wird neu gemischt und ist damit Teil der Signatur und des Meisters. Wir wissen nicht, ob man in hunderte von Jahren diese Schöpfungen genauso betrachten wird, wie wir heute eine Skulptur von Michelangelo oder ein Gemälde von da Vinci betrachten, aber eines ist sicher, Akira Nakai und sein RWB-Shop sind auf dem besten Weg, zum Mythos zu werden. Diese Kreationen gehören vielleicht unter eine Glashaube und in eine Kunstgalerie.

 

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