718 Boxster und 718 Boxster S

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Die Porsche Geschichte neu erleben – Porsche Boxster 718 (982)

6 Feb , 2016  

“Ich konnte den Sportwagen meiner Träume nicht finden, also habe ich ihn selbst gebaut.“. Das waren die Worte des legendären Ferdinand Porsche. Heute stellt sich die Frage: Wäre Ferdinand Porsche stolz auf den neuen Porsche 718 Boxstet (Baureihe 982)? Würde er diesen Sportwagen gerne fahren? Einige Porsche-Puristen regen sich schon wieder über den Vierzylinder-Turbo-Boxermotor auf. Beim neuen Porsche Boxster fällt der Sechszylinder weg. Verliert dieser Klassiker damit an Reinrassigkeit? Eigentlich ist der Porsche Boxster die Weiterführung einer Rennlegende. Nicht ein „Porsche für arme Leute“ oder für „gelangweilte Hausfrauen“. Begonnen hatte die Legende im Jahre 1953, als Porsche einen wendigen und leichten Mittelmotor-Rennwagen brauchte. Es mussten dringend ein paar Siegerpokale her und das zwang Porsche, seine Rennwagen-Philosophie zu überdenken. Das Ergebnis war, der Ur-Ur-Großvater des heutigen Porsche Boxster (Cayman). Ein leichter, rassiger Rennwagen, der leicht, wendig und scharf angreifen kann. Jetzt hat Porsche ein neues Problem (wie eigentlich jeder Fahrzeugbauer mit Geschichte). Wie kann man eine Legende neu erfinden, ohne diese zu zerstören? Befassen wir uns ein wenig näher mit dem Porsche Boxster (Baureihe 982) – die vierte Generation!

718 Boxstet HeckAussehen & Design

Gehen wir einmal um das Fahrzeug und betrachten dieses genau. Was fällt auf? Vorne wirkt der neue Porsche 718 Boxster etwas flacher und tiefliegender. Wenn wir einen Blick auf die Datenblätter werfen, dann fällt auf, dass die Bodenhöhe gleich geblieben ist. Es ist ein optischer Trick. Die vorderen Schweller, geben dem neuen Porsche 718 Boxster einen aggressiveren Sportwagenlook. Überhaupt ist die seitliche Linienführung schärfer geworden. Die seitlichen Lufteinzüge, hinter der Fahrer- und Beifahrertür sind optisch größer geworden. Das ist auch kein optischer Trick. Diese mussten unbedingt wachsen, weil der 4-Zylinder-Turbo ordentlich Luft saugt. Jetzt schauen wir ihn von hinten an. Hier merkt man, dass es sich um ein neues Modell handelt und nicht um ein Facelift. Ein längliches schwarzes Band durchzieht das Heckteil. Der Porsche-Schriftzug darüber. Die Leuchten sind länglicher und die roten Bänder, zeigen die Modernität und das Technologische an diesem Porsche.

Insgesamt wirkt der neue Porsche 718 Boxster tatsächlich sportlicher und 718 Boxstet S Rückansichtrassiger. Er ist kein „Sonntagsspazierfahrzeug“ mehr! Die Designer wollten etwas der Genetik des 1953ers einflössen und das ist ihnen – unserer Meinung nach – auch gelungen.

Natürlich gibt es für den anspruchsvollen Käufer – mit tieferer Tasche – auch zahlreiche Möglichkeiten, seinen Boxster zu individualisieren. Zu den Extras zählen 20-Zoll Carrera Sport Räder (in schwarz lackiert, mit dem neuen Fünfspeichen-Turbinendesign) und leuchtende Lackierungen. Vor allem das grelle, sportliche Gelb sieht fein aus und wird garantiert nicht übersehen. Die Sportendrohre kann man auch schwarz lackiert bestellen (alles natürlich gegen Aufpreis)

Fahrwerk

Das Fahrwerk ist straffer abgestimmt und wurde komplett neu für die vierte Generation gezeichnet und konzipiert. Auch hier hat man versucht, soviel Sportwagen-Genetik wie nur möglich aus dem Ur-Boxster zu übertragen. Den Porsche 718 Boxster kann man auch nochmals um 10 Millimeter tiefer legen lassen und den Porsche 718 Boxster S um ganze 20 Millimeter (haben wir schon erwähnt, dass dies nur gegen Aufpreis geht?)

Im Innenraum gibt es eine Porsche Sport Active-Taste, um die Federung und das Lenkverhalten zu steuern. Erste Fahrberichte zeigen, dass sich dieser Porsche besser in die Kurven frisst, als sein Vorgänger. Man merkt an diesen „kleinen“ Dingen die Rassigkeit dieses Fahrzeugs. Er ist kein 911er, aber er ist auch reifer geworden. Diese Extras (Tieferlegung und Active-Taste) gibt es im Porsche Active Suspension Management-Packet.

Motorisierung

Hier kommen wir zum Leidwesen vieler Porsche-Fans. Der wuchtige Sechszylinder fällt weg. Damit entfernt sich der Boxster 718 vom großen Bruder, den 911er. Nicht das dieser letzterem das Wasser reichen konnte, aber das war immer so ein kleines „Trostpflaster“ für die bisherigen Boxster-Fahrer. Was nun? Ist das eine Light-Version des Sportwagens? Doch ein schnellerer Einkaufswagen? Der neue Porsche 718 Boxster hat jetzt 100 Newtonmeter mehr Drehmoment, die sich zwischen 2.000 und 4.500 Umdrehungen entfalten. Der Porsche Boxster S kann sogar mit 480 Newtonmeter aufwarten. Der Porsche 718 Boxster hat 300 PS, mit 2-Liter Hubraum und die S-Version hat 350 PS mit 2,5-Liter Hubraum. Also, eine beachtliche Leistungssteigerung (immerhin hat der neue Boxster fast 15 Kilo mehr Gewicht, als sein Vorgänger!). Der 718 Boxster S kommt in 4,2 Sekunden auf 100 Stundenkilometer und muss sich damit nicht verstecken. Er ist schneller als alle Vorgänger. Der Gewinn liegt in der Spriteinsparung. Er erfüllt die EU-Normen, ohne etwas an Leistung abgeben zu müssen.

Seien wir mal ehrlich, große Sportwagenlegenden haben mit einem Vierzylinder-Mittelmotor große Gewinne eingefahren. Es liegt nicht nur an der Anzahl der Zylinder, sondern auch an der Harmonie des Ganzen.

Innenraum

718 Boxstet S InnenraumIm Innenraum hat sich nicht viel verändert. Der Multimedia-Bildschirm sitzt in der Mitte der Konsole und wurde aufgeräumt. Die Übersichten und die Funktionalität sind jetzt klarer und das Gerät erkennt auch Handbewegungen. Es ist mit Näherungssensoren ausgestattet und damit kann der Fahrer fast „in der Luft“, die Menüleisten ändern. Er kann – wie bei einem Smartphone – über den Bildschirm streichen und Menüs zur Seite wischen. Alles ist sehr intuitiv und ordentlich gemacht. Die Innenausstattung lässt sich natürlich auch aufbessern. Gut gefällt uns die Möglichkeit, die Tachos und Drehzahlmesser in Wagenfarbe lackiert zu sehen. Das sieht schon mehr nach 911er aus! Kostet natürlich auch etwas mehr Geld. Die Sitze sind, wie beim Vorgängermodell, straff und geben einen fantastischen Seitenhalt. Das GT-Sportlenkrad passt zu diesem Sportwagen und gibt dem Fahrer das Gefühl, „Herr der Lage“ zu sein.

Fazit

Er ist definitiv rassiger geworden. Die Optik ist schöner und er wirkt moderner. Die Preise liegen auch höher und sind, im Vergleich zu anderen Marken mit Modellen in dieser Klasse, auch am äußeren Ende. Das ist zum einen verständlich, da dieses Fahrzeug komplett überarbeitet wurde und jetzt neue Technologie mit sich bringt. Wer Porsche liebt, wird mit diesem Modell – oder dem Cayman (als Coupé in 2017 zu haben) sehr zufrieden sein. Insgesamt, ist Porsche mit dem Porsche 718 Boxster ein weiteres Stück Modellgeschichte gelungen. Der Tanz auf dem Drahtseil der Modellpflege geht weiter und es ist noch keiner abgestürzt. Wir könnten uns vorstellen, das Ferdinand Porsche sich einen Porsche 718 Boxster zulegen würde – zumindest als Zweitwagen – neben dem Porsche 911er!

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